die neue Stromtankstelle in Ebergötzen für Ihr E-Bike…

Ab sofort können Sie auf Ihrer Radreise nach Ebergötzen mit Ihrem E-Bike Ihr Gefährt auch wieder auftanken. Am Europäischen Brotmuseum wurde dazu eine Stromtankstelle eingeweiht. Dies ist hier im Göttinger Tageblatt beschrieben…

Jetzt können Sie also ohne Sorgen darüber, ob Ihr E-Bike auch den Rückweg schafft, z.B. von Göttingen 

  • durch den Göttinger Wald über den KWP und das Kerstlingeröder Feld oder
  • den Bovender Forst über Bovenden und die Plesse und den Hünstollen oder
  • direkt über den Roringer Berg und den Hünstollen oder
  • durch das Bratental und vorbei an der Roringer Warte direkt durch das Weisswassertal oder
  • durch Bovenden und Eddigehausen zum Mäuseturm und den Holzeröder Wald

gemütlich nach Ebergötzen radeln, dort ein wenig im neuen Kaffe am Brotmuseum ausspannen, das Brotmuseum vor dem Erntedankfest besuchen und

  • Ihr E-Bile am Brotmuseum für den Rückweg auftanken…

Vielleicht machen wir ja ein wenig neugierig. Klicken Sie hier für eine Tourbeschreibung

das Europäische Brotmuseum

brotmuseum  1Das Europäische Brotmuseum stellt die Geschichte eines unserer Grundnahrungsmittel besonders interessant dar…

Nämlich zum Brot, seiner Entwicklung und den vielfältigen Zubereitungsarten…

Dazu bietet das Europäische Brotmuseum tiefe Einblicke. Seien Sie einfach nur neugierig…

Europäisches Brotmuseum e.V.
Geschäftsführer Wilhelm Bruinjes
Göttinger Straße 7
37136 Ebergötzen
Telefon (05507) 999498
Fax (05507) 999594 zur Website ->
  oder hier klicken und erfahren, was Andere zum Brotmuseum schreiben…  

der Wald um Holzerode

Wenn auch unser heutiger Ortsname „“ durch seine erste Silbe einen direkten Zusammenhang mit „Holz“ oder Wald förmlich aufdrängt, was aber nach der ältesten Erwähnung als „Hozzeroth“ und später „Hotzerode“ nicht sein kann, verweist die zweite Silbe „-rode“ (im Mittelalter „-roth“) unmissverständlich auf Wald oder Baumbewuchs, der „gerodet“ worden ist.

Von Natur aus würde und Umgebung Wald sein: Klima, die Höhenlage um 250m ü. NN und die Geographie würden dazu führen. An Baumarten wüchsen hauptsächlich Buche, dann Eiche, Hainbuche, etwas Birke und sonstige Laubmischhölzer. Dies zeigen auch Pollendiagramme des Lutterangers bei Seeburg aus der Zeit vor Christus. Bis zur Völkerwanderungszeit finden sich dort gleichzeitig Getreidepollen, ein Zeichen, dass wenigstens die besseren Böden unserer Gegend von Ackerbautreibenden Vorfahren besiedelt waren.

Ob das ebenso für mit seinen aus Buntsandstein verwitterten leichteren Böden gilt, ist unklar, auch wenn vom Hünstollen Eisen- und Scherbenfunde aus der Zeit um Christi Geburt und aus der Karolingerzeit bekannt sind. Bis etwa 1000 n. Chr. fehlen dann Getreidepollen.

Man muss wohl annehmen, dass die Bevölkerung die hiesige Gegend nach Christus verließ und sich der Wald von der Römerzeit bis etwa 1000 n. Chr. (wieder) stärker ausgebreitet hat. Die „-rode“ Siedlungen sind etwa in der Zeit von 800 bis 1100 n. Chr. in Waldgebieten entstanden.

Für ist das sehr anschaulich aus der Luft nachzuvollziehen: abgesehen von den Wiesen südwestlich des Mäuseturms liegt in einer fast kreisförmigen Wiesen- und Ackergemarkung im Umkreis von etwa 1 km rund um den Ortskern im östlichen Teil des hier voll mit Wald bedeckten forstlichen Wuchsbezirks „Göttinger Wald“.

Der Waldanteil in diesem Landschaftsteil beträgt weit über 50 Prozent (gegenüber einem niedersächsischen Landesdurchschnitt von ca. 21 Prozent und einem Landkreisdurchschnitt von 33 Prozent). Der Wald ist also für unseren mindestens 950 Jahre alten Ort ein wesentliches Element. Das gilt traditionell offenbar bis heute, wenn ein Landschaftsplaner unter anderem feststellte, dass er selten so viel Brennholzstapel in einem Dorf gesehen habe wie hier!

Vielen gab der Wald auch Arbeit und Brot. Zunächst – so zu Beginn der Besiedlung – versorgte der Wald als „Allgemeingut“ die Bevölkerung mit dem notwendigen Bau- und Brennholz. Das mittelalterliche Feudalsystem brachte aber sehr bald Beschränkungen. Zur Sicherung ihrer eigenen Versorgung beanspruchten und belegten die Landesherren (bei uns: die Herren von Plesse) den Wald mit eigenen „Hoheitsrechten“ und überließen der Bevölkerung nur die zum täglichen Leben minimal notwendigen Holz- und Weidenutzungen.

Bei der rasch steigenden Bevölkerungszahl war aber bald die Grenze erreicht: es wurde zuviel gehauen und geweidet im Verhältnis zu dem, was nachwuchs. Man war gezwungen, sich Gedanken um die künftige Holzversorgung zu machen und erfand in der (Holz-)Not – als erste in der Welt – die Nachhaltigkeit. So wurde in Deutschland im 14. Jhdt. erstmals Wald gesät (Nürnberger Reichswald 1368). In unserem Gebiet mit geringerer Bevölkerungsdichte und relativ mehr Wald bewirtschaftete man diesen hauptsächlich als „Niederwald“ (das bedeutet: der Wald wird in etwa 30-jähriger Rotation und kleineren Parzellen wiederkehrend vollständig abgehackt und der Nachwuchs sich selbst überlassen; es entstand so mit der Zeit ein „Stockausschlagwald“, soweit er nicht vom Weidevieh abgefressen wurde), und begnügte sich Jahrhunderte lang mit dieser etwas primitiveren Art Nachhaltswirtschaft.

die Hölle

im Jahre 1581 wurde die Ziegelhütte auf der Hölle (gelegen an der heutigen B 446 ca. 1 km südlich von ) vom plessischen Amtmann Hesse erbaut und belehnt, d.h., dass den Besitzern Holz zum Brennen der Ziegel zur Verfügung gestellt sowie der Abbau von Kalk und Gips genehmigt wurden. Kohle kannte man damals noch nicht. Es wurden auch noch keine Backsteine gefertigt. Das Holz musste selbst gehauen werden, ein Teil sogar unentgeltlich. Es war auch Land bei der Ziegelhütte, Lehmland.

Der Herrschaft Plesse musste für das Lehn Ziegel, Kalk und Gips für einen geringen Preis geliefert werden. Ich (Heinrich Degenhardt) hatte noch einen Lieferungsvertrag, den ich aber der Familie Kasten, jetzt wohnhaft in Herzberg, übergeben habe.

Der Besitzer der Hölle musste eine schriftliche Erklärung abgeben, in der er garantierte, dass die Ziegel 12 Jahre nicht bersteten, abblätterten und dergleichen; er haftete hierfür mit seinem ganzen Vermögen. Ebenso war der Fuhrlohn für die Ziegel, den Kalk und den Gips vorgeschrieben.

Der erste Besitzer war Hartmann, dann kaufte sie 1654 Damm, dessen Nachkommen noch heute in Krebeck leben. Damm war 132 Jahre im Besitz der „Hölle“. Am 31. Juli 1786 verkaufte Damm die Ziegelhütte an Philipp Fink, dem diese am 6. März 1805 als „Erblehn“ übertragen wurde.

Fink verpachtete die Ziegelhütte an Joh. Ignaz Wand und dessen Ehefrau zu einem Pachtzins von 1200 Talern jährlich. Wand kaufte später dann auch die „Erblehnhütte“ von Fink und verkaufte sie mit Zustimmung des Fürsten Rotenburg am 23. September 1813 wiederum an Friedrich Heine aus Renshausen für 1.400 Taler (der Lehnsbrief hierfür wurde am 12. Januar 1814 ausgefertigt).

Aber schon 1815 kaufte Ignaz Wand die Ziegelei für jetzt schon 1.600 Taler wieder von Heine zurück. Damit hatte jetzt auch erstmalig ein Holzeröder die Ziegelei im Besitz, denn Wand lebte nun im Ort, starb hier 1829 und wurde auch hier begraben.

Die Witwe Wand verpachtete zunächst die „Hölle“ an Heinrich Freye; das im Pachtvertrag festgestellte Inventar wurde von meinem Urgroßvater, dem Schulzen Andreas Degenhardt, und dem Vormund der Witwe Heinrich Klinker am 4. August 1829 aufgenommen.

Der Nachfolger der Familie Wand als Besitzer der Ziegelei wurde Harth aus Renshausen, der damit 1840 belehnt wurde. Nach dessen Tode heiratete die Witwe Harth Johannes Kasten aus Renshausen, der damit in den Besitz der Ziegelei kam. Im Jahre 1900 verkaufte Kasten die Ziegelei mit 17 Morgen Land für 19.000 RM an die Gebrüder Rudolf aus Krebeck.

Die Rudolfs verkauften die Ziegelei dann im Jahre 1928 weiter an die Gemeinde für 28.000 RM, die damit die Arbeitsplätze im Ort sichern wollte. Aber schon im Jahre 1934 musste die Gemeinde die Ziegelei zurückverkaufen, und zwar an die vormaligen Besitzer Rudolf aus Krebeck mit 50 Prozent Verlust für 14.000 RM. Die nationalsozialistische Gemeindeführung war nicht in der Lage, den Betrieb rentabel zu führen.

Schon bald danach verkaufte aber Rudolf die Ziegelei neuerlich an die hannoversche Firma Schriever & Co., die den Produktionsbetrieb zwar auch in den Kriegszeiten aufrecht erhielt, 1944 dann jedoch schließen musste. Erst im Jahre 1954 wurde der zwischenzeitlich stillgelegte Betrieb wieder aufgenommen.

Mitte der 50-er Jahre übernahm der Hannoveraner Unternehmer Rademacher den Betrieb von den Schrievers und führte ihn bis zur seiner Aufgabe um das Jahr 1970 herum.

Hierbei war die Ziegelei immer auch ein wichtiger Arbeitgeber für den Ort, in dem ab 1960 auch die ersten Gastarbeiter aus Italien arbeiteten – eine Sensation in , an die man sich aber schnell gewöhnte. Die Ziegelei „Hölle“ war in der Geschichte des Ortes die einzige industrielle Produktionsstelle.

Vollständigkeitshalber sei noch erwähnt, dass in der „Hölle“ nicht die einzige Ziegelei in der Gemarkung von stand. Nachgewiesen ist eine zweite Ziegelei, die auf dem Gelände des jetzigen Schützenhauses am Osterholz zumindest um das Jahr 1900 u.a. von dem „Großbauern“ Wagner betrieben wurde (Wagner war damals Eigentümer des Hofes auf dem jetzigen Grundstück Dorfstraße Nr. 10, früher Heinemann).

 

(überarbeiteter und ergänzter Beitrag aus der Familienchronik des Gastwirtes Heinrich Degenhardt, , aus dem Jahre 1941) Überarbeitung und Ergänzung: Wolfgang Buss. Aus: Festschrift 950 Jahre , 2005 {jgototop}{/jgototop}